
BURNOUT … wenn die innere Flamme erlischt
Burnout ist mehr als nur Erschöpfung – es ist ein Zustand tiefgreifender körperlicher, seelischer und geistiger Überforderung. Oft entsteht er schleichend, über Wochen, Monate oder sogar Jahre hinweg. Was zunächst als „nur ein bisschen Stress“ beginnt, kann sich allmählich zu einem Zustand der völligen Erschöpfung entwickeln – einer inneren Leere, in der nichts mehr geht.
Wenn das Feuer zu lange brennt
Am Anfang steht meist ein hoher Anspruch an sich selbst: perfekt sein, alles schaffen, keine Schwäche zeigen. In dieser Haltung laufen viele Menschen über ihre Grenzen hinaus – motiviert, engagiert, aber ohne ausreichend Pausen oder Selbstfürsorge. Der Körper und die Psyche versuchen, mitzuhalten – bis irgendwann die Ressourcen aufgebraucht sind.
Burnout ist das Ergebnis eines langfristigen Ungleichgewichts zwischen Anspannung und Erholung, Geben und Empfangen, Pflicht und Bedürfnis.
Was im Körper und in der Psyche geschieht
Burnout betrifft alle Ebenen unseres Systems. Körper, Geist und Seele geraten aus dem Rhythmus.
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Nervensystem: Dauerhafte Überlastung führt zu einer permanenten Aktivierung des Stresssystems. Der Körper bleibt in „Alarmbereitschaft“, auch wenn keine akute Gefahr besteht.
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Hormonhaushalt: Der Cortisolspiegel schwankt stark – zunächst zu hoch, später häufig zu niedrig. Dies führt zu Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und Energiemangel.
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Immunsystem: Wird geschwächt – Infekte, Entzündungen oder Autoimmunreaktionen können zunehmen.
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Verdauung und Kreislauf: Verdauungsprobleme, Blähungen, Schwindel oder Herzklopfen sind häufige Begleiterscheinungen.
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Muskulatur: Daueranspannung und Energiemangel führen zu chronischen Schmerzen, Verspannungen und Haltungsschwächen.
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Psyche: Gefühle von Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und innerer Leere nehmen zu – die emotionale Erschöpfung dominiert.

Typische Symptome eines Burnouts
Burnout entwickelt sich schleichend – oft unbemerkt. Erste Warnsignale werden übergangen oder als „normal“ abgetan. Im Verlauf zeigen sich jedoch immer deutlichere Symptome, z. B.:
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Emotionale Erschöpfung: Gefühl innerer Leere, Überforderung, Reizbarkeit
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Körperliche Müdigkeit: Anhaltende Erschöpfung trotz Schlaf oder Ruhephasen
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Schlafprobleme: Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, unruhiger Schlaf
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Konzentrations- und Gedächtnisstörungen: Schwierigkeiten, sich zu fokussieren
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Rückzug: Soziale Kontakte werden gemieden, der Wunsch nach Ruhe überwiegt
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Körperliche Beschwerden: Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, Magenprobleme, Herzrasen
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Gefühllosigkeit oder Zynismus: Distanzierung von Arbeit oder Mitmenschen als Schutzmechanismus
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Verlust an Lebensfreude: Dinge, die früher begeisterten, fühlen sich bedeutungslos an
Der Weg zurück – Heilung und Regeneration
Der Weg aus dem Burnout ist kein Sprint, sondern ein Prozess der bewussten Regeneration.
Er beginnt mit dem Innehalten – mit der Anerkennung, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
In der therapeutischen Arbeit widmen wir uns zwei zentralen Ebenen:
Auf der kognitiven Ebene erforschen wir gemeinsam die individuellen Auslöser, Glaubensmuster und Verhaltensweisen, die zum Burnout beigetragen haben. Ziel ist es, Verständnis für die eigenen inneren Dynamiken zu entwickeln, alte Strategien zu hinterfragen und neue Wege zu finden, mit Belastung und Verantwortung umzugehen.
Auf der körperlich-seelische Ebene stärken wir über Atem- und Körperarbeit, Entspannungsübungen und achtsame Wahrnehmung die Verbindung zum eigenen Körper wieder. Ein regulierter Atem, weiche Bewegungen und bewusste Körperwahrnehmung helfen, innere Spannungen zu lösen und verlorene Energie zurückzugewinnen.
So kann sich der Körper Schritt für Schritt neu ausrichten – die Lebensenergie beginnt wieder zu fliessen, Klarheit und innere Ruhe entstehen.
Wieder in Kontakt mit sich selbst
Burnout ist nicht nur ein Zeichen der Erschöpfung, sondern auch ein Ruf nach Veränderung. Er erinnert uns daran, auf die eigene innere Stimme zu hören – auf das, was wirklich wichtig ist.
Durch achtsame Selbstwahrnehmung, bewusste Atmung und eine liebevolle Rückkehr zum eigenen Rhythmus kann Heilung beginnen: Zurück zu Lebendigkeit, Freude und innerer Balance.
