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STRESS .... wenn der Ausnahmezustand zum Dauerzustand wird

Stress ist zunächst eine normale und überlebenswichtige Reaktion. Er versetzt unseren Körper in Alarmbereitschaft und verschafft uns in Gefahrensituationen schnelle Reaktionsfähigkeit.

 

Doch bei vielen Menschen ist Stress längst kein Ausnahmezustand mehr, sondern ein dauerhafter Begleiter. Bleibt die nötige Entspannung aus, können daraus sowohl körperliche (somatische) als auch seelisch-körperliche (psychosomatische) Beschwerden entstehen.

Was im Körper geschieht

Bei Stress schütten die Nieren Stresshormone (z. B. Adrenalin und Cortisol) aus, die eine Vielzahl von Prozessen im Körper beeinflussen:

 

  • Atmung: Sie wird flach und schnell. Dadurch gelangt weniger Sauerstoff ins Blut, was die Versorgung von Organen und Muskeln beeinträchtigt.

  • Energiehaushalt: Durch den Sauerstoffmangel kann der Körper weniger Energie bereitstellen und produziert gleichzeitig mehr Milchsäure – eine Übersäuerung entsteht.

  • Verdauung und Durchblutung: Beide Systeme werden gedrosselt, da der Körper auf „Überleben“ programmiert ist. Das kann zu Magenproblemen, Blähungen oder Durchfall führen.

  • Herz-Kreislauf-System: Puls und Blutdruck steigen, die Blutgefäße verengen sich. Langfristig kann das Herz und Gefäßsystem stark belastet werden.

  • Immunsystem: Akut wird es kurzzeitig aktiviert, bei chronischem Stress jedoch geschwächt – Infektanfälligkeit und Entzündungen nehmen zu.

  • Hormonsystem und Schlaf: Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel stört die innere Balance. Er führt oft zu Schlafstörungen, innerer Unruhe oder Erschöpfung.

  • Muskulatur: Daueranspannung der Muskeln kann Schmerzen, Verspannungen und Haltungsschäden nach sich ziehen.

Die Rolle des Zwerchfells

Besonders betroffen ist das Zwerchfell – unser wichtigster Atemmuskel. Unter anhaltendem Stress verkrampft es, verliert an Beweglichkeit und kann seine Funktion nicht mehr optimal erfüllen.

 

Die Folgen können vielfältig sein:

 

  • Körperliche Beschwerden: Schmerzen oder Verspannungen im Bereich von Nacken, Kopf, Rumpf oder Magen.

  • Eingeschränkte Atmung: Die Sauerstoffversorgung sinkt, die Energiebereitstellung wird reduziert.

  • Innere Unruhe: Ein zunehmendes Gefühl von Anspannung, Erschöpfung und „Getrieben-Sein“.

  • Kettenreaktionen: Da das Zwerchfell mit der Wirbelsäule, dem Beckenboden und der Bauchmuskulatur verbunden ist, kann seine Verkrampfung Haltung, Verdauung und Kreislauf zusätzlich beeinträchtigen.

Nach alter Weisheitslehre gilt das Zwerchfell zudem als Sitz der Seele – ein Hinweis darauf, dass es unser Wohlbefinden auf körperlicher, emotionaler und psychischer Ebene entscheidend mitprägt.

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Typische Symptome bei Stress

​Stress kann sich auf unterschiedlichen Ebenen zeigen (kognitiv, körperlich, emotional oder mental). Oft treten erste Symptome unbemerkt auf und wachsen sich erst mit der Zeit zu deutlichen Beschwerden aus.

Besonders häufig zeigen sie sich durch:

  • Muskelverspannungen: Nacken, Rücken oder Kiefer, oft begleitet von Kopfschmerzen

  • Atemfehlfunktionen (Hochatmung, chronische Hyperventilation)

  • Atemnot, Engegefühl in der Brust, schneller und flacher Atmung

  • Kribbeln und Taubheit in den Gliedmassen, Schwindel, Herzrasen, Zittern

  • Konzentrationsprobleme, Gedankenkarussell, Schwierigkeiten einen Fokus zu setzen

  • Psychische Belastungen: Ängste, Depressionen, Burn-out, emotionale Erschöpfung, Schlafstörungen

  • Erhöhte Reizbarkeit: schnellere Frustration, Ungeduld und emotionale Anspannung

  • Magen-Darm-Beschwerden: Sodbrennen, Magenschmerzen, Übelkeit, Verdauungsprobleme

  • Herz-Kreislauf-Probleme, Bluthochdruck 

  • Schwächung des Immunsystems

  • Stoffwechselprobleme: Heisshungerattacken, Gewichtszunahme

Behandlung und Therapie

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Auf der kognitiven Ebene beschäftigen wir uns mit den individuellen Stressauslösern sowie den persönlichen Reaktionen darauf. Wir beleuchten Denk- und Gefühlsmuster, hinterfragen bestehende Bewältigungsstrategien auf ihre Wirksamkeit und eröffnen Raum für neue, konstruktive Wege im Umgang mit Belastungen.

Auf der körperlichen Ebene richten wir den Fokus auf Atem und Körperbewusstsein. Durch die Stärkung der Verbindung zwischen Körper und Geist entsteht mehr Sensibilität für die eigenen Bedürfnisse und Emotionen. Atem- und Körpertherapie unterstützen dabei, in die eigene Mitte zurückzufinden, Spannungen zu lösen und einen Zustand von tiefgehender Entspannung und innerer Balance zu fördern.

 

Über Atembehandlungen sowie praktische, atem- und körperorientierte Übungen kann ein natürlicher Atemrhythmus wiederhergestellt werden. Diese Arbeit stärkt die eigenen inneren Ressourcen, baut neue Energie auf und ermöglicht es dem Körper, seine Systeme zu regulieren. Wenn die Atmung in Balance ist, kann sich der Muskeltonus harmonisieren, und es entsteht ein Gefühl von Ruhe, Stabilität und Lebendigkeit.

 

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